Der Flughafen

Zentralflughafen Berlin-Tempelhof

Geschichte

Geschichte Inhalt
    1923 - 1936         
Erster Bauabschnitt
Zweiter Bauabschnitt
    1936 - 1947
Neubau
    1948 - 1949  
Berliner Luftbrücke
    1949 - 1990  
  Nutzung durch die Alliierten
    1990 - Heute  
  Nach der Wende

Das Feld, auf dem der Flughafen damals entstanden ist, war eine Exerzierfläche.

Im Jahre 1909 machte Orville Wright auf dem Tempelhofer Feld die ersten Flugversuche, er schaffte es einige Rekordflügvorführungen zu machen, indem er seine Flugmaschine tatsächlich zum Abheben gebracht hat. Bis 1922 war das Tempelhofer Feld eigentlich als Standort für neue Messeanlagen vorgesehen, allerdings stand nach den Flugversuchen 1909 die Idee im Raum, dort einen Flugplatz zu bauen. Der damalige Stadbaurat Leonhard Adler schaffte es dann auch, die Stadtverwaltung von Berlin davon zu überzeugen, dass dieses Feld eher für einen Flughafen geeignet ist, da die Lage sehr zentral war.

Durch eine spektakuläre Nachtlandung von der Stadtverwaltung auf dem Tempelhofer Feld

wurde diese Überzeugung, dieses Gelände als Flughafen zu nutzen noch größer. Die Stadtverwaltung war zuvor in Leipzig, um sich über die dort neu gebauten Messeanlagen zu informieren.

 

Erster Bauabschnitt

Man startete die Bauarbeiten auf Kosten der Junkers-Luftverkehr-AG für den Flugplatz am nördlichen Rand des Tempelhofer Feldes im Jahre 1923. Dieses nun für Flugbetrieb bestimmte Gelände war erstmal für kleine Flugzeuge ausgewiesen, da das Gelände nur mit zwei Holzhallen, mit einer jeweiligen Größe von ca. einem Quadratkilometer, ausgestattet wurde.

Anhand von Modellen, Fluggastzahlen und des derzeitigen Flugverkehrs hat Leonhard Adler die Stadtverwaltung zur Besichtigung der Entwickelung des Tempelhofer Feldes eingeladen. Die Besichtigung endete mit einem Rundflug über dem Fluggelände. Leonhard Adler konnte die Stadtverwaltung überzeugen, dass dort ein Flughafen notwendig war.

Ab 8. Oktober 1923 wurden Linienflüge in die Schweiz und Österreich, nach München, in den Balkan und nach Königsberg angeboten, es wurden insgesamt 100 Starts und Landungen gezählt, mit 150 Passagieren und 1300kg Fracht. Für die damaligen Verhältnisse kein schlechtes Ergebnis, im Gegenteil!

Im Jahr 1924, in dem der Flughafen schon voll in Betrieb war, gründete sich die Berliner Flughafen Gesellschaft mbH, Leonhard Adler war der Aufsichtsratsvorsitzende. Die Flughafengesellschaft kümmerte sich nun um die Verwaltung des Flughafens. Nun bestand die Aufgabe den Flughafen auszubauen und weitere Luftverkehrseinrichtungen zu bauen. Um 1925 beteiligte sich auch der Freistaat Preußen an der Gesellschaft und dem Flughafen auf dem Tempelhofer Feld.

Nun stand genug Kapital zur Verfügung um das Flughafengelände auf 1,5 Mio. km² auszuweiten. Anfang 1925 baute man die drei großen Flugzeughallen, die sich schnell als zu klein erwiesen. Es wurden nochmal 3 weitere, noch größere Flugzeughallen und eine Funkstation an das damalige Gebäude angebaut. Die Deutsche Aero Lloyd und die Junkers Luftverkehr AG gründeten 1926 die Deutsche Lufthansa AG und machte den Flughafen Tempelhof zu ihrem Heimatflughafen.

Um 1927 war nun der erste Bauabschnitt des Flughafens fertig.

 

Zweiter Bauabschnitt

Der zweite Baubschnitt wurde 1928 fertiggestellt, die Erweiterung der Abfertigungshallen, doch die Verkehrsentwicklungen überholten die neuen Bauten, sie waren schon zu klein.

Es führten Linienflugverbindungen von Berlin nach London, Paris und Amsterdam. Der Flughafen war an der Spitze des europäischen Luftverkehrs.

 

Neubau
Neubau

 

 

Neubau

Da der erste und zweite Bauabschnitt zusammen zu klein für das Verkehrsaufkommen war und diese an ihre technischen Grenzen kamen, entschloss sich die damalige Nationalsozialistische Regierung auf einen Neubau des Flughafens.

Ernst Sagebiel hat der Regierung im Jahre 1935 Pläne für den Neubau des Flughafens vorgelegt. Diese Pläne entsprachen

den damaligen Vorstellungen und dem Anspruch an Monumentalem Baustil. Der Flughafen würde bis zu 6 000 000 Passagiere pro Jahr abfertigen.

Die geplante Anlage sollte nicht nur der Abwickelung des Luftverkehrs dienen, sondern auch Platz für luftfahrtbezogene Dienststellen und Gesellschaften haben. Ebenfalls sollten dort Veranstaltungen wie der "Reichsflugtag" stattfinden können. Baubeginn dieses Riesenprojekts war im Jahr 1936. Das uns heute bekannte Flughafengebäude wurde 1941 betriebsbereit fertiggestellt. Das Gebeude hat eine Geschossfläche von ca. 310 000 m². Für zwei Jahre war es das größte Gebäude der Welt, bis es mitte 1943 vom Pentagon abgelöst wurde. Die Länge des Flughafengebäudes betragt 1,2 km und ist somit das größte Gebäude Europas. Wärend der Bauarbeiten kam es zu keiner Beeinträchtigung des zurzeit herrschenden Flugverkehrs,

da der alte Flughafen beim Neubau nicht angerührt wurde und der Flugverkehr parallel zum Neubau weiter stattfinden konnte. Das Flugfeld wurde als ovales Feld mit knapp zwei Kilometern Durchmesser gebaut, sodass jedes Flugzeug exakt gegen den Wind starten konnte. Durch einbindung des nun alten Flughafens, in der heutigen Mitte des Areals, wurde das Flughafengelände in Tempelhof auf 4 500 000 m² erweitert. Der "alte" Flughafen wird von Notstandsarbeitern abgerissen und im Krieg letztendlich komplett zerstört, sodass vom Gebäude nichts mehr übrig war.

 

Mit dem neuen Flughafengebäude verschob sich der U-Bahn-Eingang zum damaligen U-Bahnhof Kreuzberg, der daraufhin in Flughafen umbenannt wurde.

Aufgrund des Kriegs konnte das Flughafengebäude nie fertiggestellt werden, wärenddessen zog der "Weser-Flugzeugbau" von Lemwerder nach Tempelhof um und machte das Gebäude zu eines der größten Montagehallen für Kriegsflugzeuge weltweit. Die Flugzeuge wurden von Zwangsarbeitern montiert. Die überlebenden Zwangsarbeiter wurden mit erneuter Verlegung des Montageswerkes im Krieg befreit. Nach dem Kriegsende, 1945, flogen die letzten Lufthansa Maschinen nach München,

wohin sich die Fluggesellschaft zurückgezogen hatte und es erfolgte die Übergabe des Flughafens an die US-Amerikanischen Truppen. Sie betrieben den Flughafen nun wieder. Da das Flughafengebäude nie fertiggestellt worden ist und es von einem Bombenangriff der Royal Air Force beschädigt war, nahmen die Amerikaner Reperaturarbeiten auf und stellten das Gebäude in den nötigsten Zügen fertig, sodass man das Gebäude für die Abwickelung des Flugverkehrs nutzen konnte. Bis 1947 hat man aus Tempelhof einen militärischen Stützpunkt der Amerikaner gemacht.

Diesen Stützpunkt nannte man Tempelhof Air Base, er wurde überwiegend von der US-Airforce angeflogen. Mit einer DC-4 bedienten die American Overseas Airlines wöchentlich die Strecke von New York über Frankfurt nach Berlin-Tempelhof. Es wurden nach der Übernahme der Amerikaner feste Rollbahnsysteme eingeführt, d.h. es wurde eine Hauptwindrichtung festgelegt, in der die Rollbahnen verlaufen. In Tempelhof ist die Rollbahn in Ost-West eingerichtet worden, da dies die hauptsächliche Windrichtung ist.

 

 

Luftbrücke
Luftbrücke

1948 - Der Flughafen erhält eine neue Bedeutung – Berliner Luftbrücke

 

Zusammen mit dem Flugplatz Gatow und später auch dem Flughafen Tegel (der wärend der Luftbrücke erbaut wurde) diente der Flughafen Tempelhof als hauptsächlicher Landeplatz für die Berliner Luftbrücke. West-Berlin musste aus der Luft versorgt werden,

da die Sowjetunion (UdssR) damals eine Blockade aller Transportwege eingerichtet hat.

In Tempelhof landete alle 90 Sekunden ein Flugzeug vom Typ DC-3 oder DC-4 um Berlin zu versorgen. Der amerikanische Pilot Gail Halversen machte das Abwerfen von Fallschirmen mit Süßigkeiten wärend des Landeanfluges auf Tempelhof populär.

Die Flugzeuge wurden von Berlinern in diesem Zusammenhang liebevoll "Rosinenbomber" genannt. In Zusammenarbeit mit Westdeutschen Städten wie Frankfurt, konnten zahlreiche Lebensmittel und Rohstoffe nach West-Berlin eingeflogen werden. Die Luftbrücke dauerte vom 26. Juni 1948 bis 12. Mai 1949. Heute steht auf dem Platz der Luftbrücke ein Denkmal, das an die Piloten erinnert.

 

 

747 im Anflug auf Tempelhof (Foto (C) R. Manteufel )
747 im Anflug auf Tempelhof (Foto (C) R. Manteufel )

Nutzung durch die Alliierten

In den daruffolgenden Jahren flogen die West-Alliierten Berlin Tempelhof regelmäßig an.

Es wurden Linienflüge in alle möglichen deutschen Stadte und nach Amerika angeboten.

Das höchste Passagieraufkommen, das Tempelhof in Spitzenzeiten hatte, betrug 4779411 Passagiere im Jahre 1973.

In diesen Spitzenzeiten landeten in Tempelhof auch Flugzeuge wie die Boeing 747-100 der PanAm für Passagierflüge und die C-5 Galaxy der US-Airforce für Frachtflüge.

 

 

 

BAe 146 am Flugsteig
BAe 146 am Flugsteig

Nach der Wende

Dann wurde der Flughafen Tempelhof nach der Wende wieder an die Deutschen übergeben. Fluggesellschaften wie Eurowings, Sabena, Malmoe Aviation und die Deutsche BA flogen Tempelhof bis ca. 2005 mit Linienflügen an.

Danach hat die Berliner Regierung die Schließung des Flughafens Tempelhof populär gemacht und Fluggesellschaften aus Tempelhof verscheucht,

sodass zum bitteren Ende hin nur noch drei Fluggesellschften um den Flughafen gekämpft haben.

Diese Fluggesellschaften heißen Brussels Airlines (ehem. Sabena), Cirrus Airlines (Lufthansa Partner) und Intersky.

Es kämpfte auch die Geschäftsfluggesellschaft „Windrose Air“ um den Flughafen, da Sie dort beheimatet waren-

 

Trotz Volkswiderstände wurde der Flughafen am 30. Oktober 2008 geschlossen.

530 000 Berliner sprachen sich für den Erhalt des Flughafens als Verkehrsflughafen beim Volksentscheid der ICAT aus, doch die Regierung von Berlin gab schon vor dem Volkentscheid bekannt: "Egal wie das Volk entscheidet, der Flughafen wird geschlossen!"

Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat über das Volk hinweg entschieden.

 

Zu jedem Jahrestag der Schließung des Flughafens werden Gedenkveranstaltungen von Volksinitiativen organisiert.

Bis heute hat man den Kampf um den Flughafen Tempelhof nicht aufgegeben.

Unter Konzepte finden sie die aktuellen Bürgerinitiativen und Vereine, die für den Erhalt des Flughafens kämpfen.

Nach der Schließung herrscht große Trauer
Nach der Schließung herrscht große Trauer